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Anleitung · Webdesign

Der Website-Design-Prozess in 6 Schritten

So gehe ich jedes Projekt an, bevor ich eine Zeile Code schreibe.

Aus „KI erschafft mehr Webdesigner“ Keyword DESIGN Aktualisiert am Als Google Doc öffnen ↗

So gehe ich jedes Website-Projekt an, bevor ich eine Zeile Code schreibe. Der Prozess funktioniert unabhängig davon, ob du selbst codest oder mit KI baust — er sorgt dafür, dass am Ende Design rauskommt und kein Template.


Schritt 1 — Vibe definieren

Bevor du eine einzige Farbe oder einen Font anfasst: Versteh erst das Gefühl, das die Seite auslösen soll.

Drei Fragen, die du dir stellst:

  • Wer schaut die Seite an? → Zielgruppe
  • Wie soll sich die Person dabei fühlen? → Emotion
  • Wie tritt der Kunde selbst auf? → Ton und Persönlichkeit

Praxis-Tipp: Frag deinen Kunden direkt: „Nenn mir 3 Adjektive, die dein Business beschreiben sollen.”


Schritt 2 — Seitenstruktur festlegen

Entscheide, welche Sections auf die Seite kommen — bevor du baust. Das spart später enorm viel Zeit.

Was du festlegst:

  • Welche Sections kommen vor? (Hero, About, Services, CTA, Footer, …)
  • In welcher Reihenfolge erscheinen sie?
  • Was ist das Ziel jeder einzelnen Section?

Schritt 3 — Inspiration suchen

Jetzt weißt du, WAS du bauen willst — jetzt schau dir an, WIE andere das gelöst haben.

Deine drei Quellen:

  • Pinterest — breiter Überblick, gut für Stimmungsbilder und Layouts
  • Awwwards — preisgekrönte Seiten, das Beste, was es gibt
  • Claude Design / 21st.dev — Ideen und Components direkt testen, bevor du sie baust

Was du dir dabei anschaust:

  1. Layout — Wie ist der Platz aufgeteilt? Viel Whitespace oder dicht?
  2. Farben — Welche Palette passt zum Vibe aus Schritt 1?
  3. Fonts — Serif, Sans-Serif, Display? Wie groß, wie mutig?
  4. Animationen und Effekte — Was fällt auf, was fühlt sich gut an?

Die wichtigste Regel dieses Schritts: Du sammelst keine fertigen Designs — du sammelst Mechaniken. Eine Scroll-Animation, bei der ein Haus zusammengebaut wird, funktioniert genauso mit einem Auto, einem Schuh oder einem Produkt. Die Technik bleibt, der Inhalt wechselt.

Praxis-Tipp: Leg einen Ordner an und mach Screenshots. Nicht alles im Kopf behalten — sehen und sammeln. Das ist dein persönliches Moodboard.


Schritt 4 — Hero Section definieren

Die Hero Section ist der erste Eindruck. Du hast 3 Sekunden. Was passiert da?

Was du dir überlegst:

  • Einstiegsanimation — Wie kommt der Content rein? Fade, Slide, Scroll-getriggert?
  • Hauptelement — Bild, Video, 3D, Text-only?
  • Headline — Was steht da, wie groß, wie mutig?
  • Call to Action — Gibt es einen direkt in der Hero?

Wichtig: Die Hero-Ideen, die du hier sammelst, sind noch lose und projektunabhängig. Du entscheidest erst danach, welche wirklich zum Kunden passt. Nicht jede coole Animation passt zu jedem Projekt.


Schritt 5 — Fonts und Farben festlegen

Aus Vibe und Inspo hast du schon ein Gefühl — jetzt wird es konkret.

Fonts — Orientierung:

StilFont-TypBeispiele
Edgy / ModernGrotesque SansSpace Grotesk, Neue Haas
Elegant / LuxurySerifPlayfair, Cormorant
Brutal / StarkDisplayBebas Neue
Freundlich / LockerRounded SansDM Sans, Plus Jakarta

Farben — Vorgehen:

  • Schau auf deine Inspo-Screenshots: Welche Farben dominieren bei deinem Vibe?
  • Entscheide erst grob: hell oder dunkel, bunt oder monochrom, warm oder kalt.
  • Dann konkret: mit Coolors.co eine Palette zusammenstellen.

Die wichtigste Regel:

Maximal 2 Fonts. Maximal 3 Farben plus 1 Neutralton. Mehr verwirrt nur.


Schritt 6 — Bauen

Deine Checkliste, bevor du die erste Zeile Code anfasst:

  • Vibe definiert
  • Seitenstruktur festgelegt
  • Inspiration gesammelt, Moodboard erstellt
  • Hero-Idee ausgewählt
  • Fonts und Farben festgelegt

Erst wenn alle Punkte abgehakt sind, fängst du an zu bauen. Design-Entscheidungen beim Bauen zu treffen ist der Grund, warum Seiten nach Template aussehen.


Bonus — Wenn du mit Claude Code baust: Tokens sparen

  • Leg eine CLAUDE.md an (global und pro Projekt) — kurz halten, kein Roman.
  • Nutze /clear, wenn du innerhalb eines Projekts ein neues Thema anfängst.
  • Kleine Tasks Stück für Stück — nicht zu viele Änderungen in einem Schritt.
  • Nutze /compact, wenn die Session sehr lang wird.

Fragen? Schreib mir auf Instagram: @made.by.prill